Meta Platforms meldete Gewinne über den Erwartungen der Analysten, und dennoch schloss die Aktie 7,0 % tiefer. Der Druck kam aus der Kapitalflussrechnung: Die Facebook-Muttergesellschaft wies infolge ihrer Ausgaben für künstliche Intelligenz den ersten Mittelabfluss seit mehr als einem Jahrzehnt aus und kündigte an, über einen Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins stimmrechtslose Aktien auszugeben, um weitere solche Ausgaben zu finanzieren.
Dieses Muster – solide Gewinne bei sehr hohen Investitionen – prägte die Sitzung am Donnerstag in den Vereinigten Staaten. Die Verkäufe konzentrierten sich auf den Teil des Marktes, der den diesjährigen Anstieg angeführt hat, statt sich gleichmäßig über die Sektoren zu verteilen.
Die wichtigsten Zahlen
- 2,60 % Rückgang des Nasdaq Composite am Donnerstag, 694,00 Punkte, auf 26.008,86
- 1,21 % Rückgang des S&P 500, 93,74 Punkte, auf 7.663,43
- 6,7 % Rückgang des Philadelphia SE Semiconductor Index, sein stärkster prozentualer Tagesverlust seit dem 23. Juni
- 0,02 % Plus des Dow Jones Industrial Average, 11,89 Punkte, auf 52.867,98
Chiphersteller trugen den Rückgang
Den größten Schaden richteten Halbleiterwerte an. Intel, AMD, Sandisk und Marvell verloren jeweils mehr als 8 %, wie aus dem von Free Malaysia Today veröffentlichten Bericht hervorgeht.
Das Ausmaß der Bewegung lässt sich vor dem Hintergrund des Ausgangsniveaus des Sektors leichter einordnen. Der Halbleiterindex, allgemein SOX genannt, liegt nun mehr als 26 % unter seinem Rekordschlusskurs vom 22. Juni, ist aber seit Jahresbeginn immer noch 51,5 % im Plus. Der S&P 500 liegt im selben Zeitraum 11,9 % höher.
Tesla fiel um 3,1 %, obwohl der Autohersteller für das Quartal einen unerwartet positiven freien Cashflow gemeldet und seine Investitionspläne für 2026 gekürzt hatte.
„Die Anleger beginnen zu erkennen, dass die KI-Geschichte einige Lücken hat“, sagte Paul Nolte, Senior Wealth Adviser und Marktstratege bei Murphy & Sylvest in Elmhurst, Illinois. Er bezeichnete die Technologie als den einen Teil des Marktes, der unter echtem Druck steht, nachdem sie die Gewinne bis etwa Juni angeführt hatte.
Einfach gesagt: Der S&P 500 und der Nasdaq gewichten ihre Mitglieder nach Marktwert, sodass die größten Unternehmen den Index am stärksten bewegen. Technologie- und Chipwerte gehören inzwischen zu den größten von ihnen. Fällt diese Gruppe gemeinsam, kann ein Leitindex deutlich im Minus schließen, selbst an einem Tag, an dem ungefähr gleich viele Aktien stiegen wie fielen.
Viele Aktien außerhalb der Technologie legten zu
Die Marktbreite erzählt die andere Hälfte der Geschichte. An der New York Stock Exchange übertrafen die Gewinner die Verlierer knapp im Verhältnis 1,01 zu 1, während am Nasdaq 2.766 Aktien fielen und 2.022 zulegten. Das Volumen an den US-Börsen erreichte 18,79 Milliarden Aktien und lag damit über dem Durchschnitt von 17,19 Milliarden für eine volle Sitzung der vorangegangenen 20 Handelstage.
Mehrere Reaktionen auf Quartalszahlen fielen gegenläufig aus. Procter & Gamble stieg um 5,6 %, nachdem das Unternehmen die Schätzungen übertroffen, zugleich aber gewarnt hatte, dass höhere Kosten den Gewinn weiter schmälern würden. Lockheed Martin legte um 7,0 % zu, nachdem es seine Jahresprognose für Umsatz und Gewinn angehoben hatte. Spotify gewann 11,1 %, nachdem es einen Gewinn für das vierte Quartal über den Schätzungen der Wall Street in Aussicht gestellt und dabei auf KI-gestützte Funktionen zur Nutzergewinnung verwiesen hatte. Union Pacific rückte um 3,6 % vor, dank eines über den Erwartungen liegenden Quartals, gestützt durch die Kernpreise, auch wenn die Eisenbahngesellschaft auf höhere Treibstoffkosten hinwies.
Indexweit hatten 111 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt, und 83 % davon lagen über den Schätzungen der Analysten, wie aus im Bericht zitierten LSEG-Daten hervorgeht.
Öl und Arbeitsmarktdaten im Hintergrund
Huthi-Kräfte, die der Bericht als vom Iran unterstützt beschreibt, starteten neue Angriffe auf saudische Ziele, und die Rohölpreise erreichten ein Fünfmonatshoch. Die in der Berichterstattung beschriebene Sorge ist, dass ein anhaltender Konflikt im Nahen Osten die Inflation hoch hält und die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve erschwert.
Zahlen des Arbeitsministeriums zeigten unterdessen, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung weiterhin nahe ihren tiefsten Ständen seit Jahrzehnten liegen. Ich lese die Sitzungsberichte in diesem Punkt als übereinstimmend: Die Arbeitsmarktdaten waren stabil, und die Bewegung des Tages kam von den Quartalszahlen und dem Chipsektor, nicht vom Wirtschaftskalender.
