Die saudische Luftabwehr hat nach Angaben der Behörden zwei ballistische Raketen abgeschossen, eine mit Kurs auf Yanbu und eine auf Taif, und an keiner der von den Huthi genannten Ölanlagen wurden bisher Schäden bestätigt. Die Lücke zwischen dem Behaupteten und dem Bestätigten steht im Mittelpunkt dieser Meldung.
Der Huthi-Sprecher bezifferte die Bilanz auf sieben Raketen- und Drohnenoperationen am 24. Oktober gegen acht Ziele: Aramco-Standorte in Yanbu, die Raffinerie Rabigh, die Ost-West-Ölpipeline sowie vier Flughäfen, darunter der King Khalid International Airport in Riad. Der Zivilschutz gab laut Daily Pakistan Warnungen für Mekka, Dschidda, Taif und Yanbu heraus.
Die wichtigsten Zahlen
- 7 angekündigte Raketen- und Drohnenoperationen am 24. Oktober, gerichtet gegen acht Ziele
- 2 abgefangene ballistische Raketen auf Kurs nach Yanbu und Taif, ohne gemeldete bestätigte Schäden
- 2,6 Millionen Barrel pro Tag Rückgang der saudischen Ölförderung gegenüber dem Niveau im August, bei Rohöllieferungen von knapp 6 Millionen Barrel pro Tag
- $114 je Barrel, etwa der Preis, zu dem Brent am 23. Oktober gehandelt wurde
Die Ziele haben sich auf wirtschaftliche Standorte verlagert
Die Schlagabtausche der vergangenen Tage haben Menschen auf beiden Seiten getroffen. Von Saudi-Arabien angeführte Luftangriffe sollen Stunden vor der Huthi-Ankündigung in Sanaa, der jemenitischen Hauptstadt, mindestens drei Menschen getötet haben, und rund 20 Angriffe richteten sich gegen den Hafen von Mokka. Bei früheren Huthi-Angriffen auf das Ölfeld Schaiba und den King Fahd International Airport in Dammam sollen vier Menschen getötet worden sein, darunter zwei Ölfeldarbeiter. Keine dieser Opferzahlen wurde unabhängig bestätigt.
Daily Pakistan führt die Eskalation auf einen von Saudi-Arabien angeführten Angriff auf die Treibstoffanlage al-Sabah in Sanaa zurück, nach dem die Huthi erklärten, Aramco-Anlagen würden dafür zur Rechenschaft gezogen. Ein späterer Angriff soll einen begrenzten Brand in der Aramco-Zentrale in Dhahran verursacht haben, wo das Unternehmen am 22. Oktober die Räumung des Komplexes anordnete. Middle East Online berichtete, die Huthi hätten ihre Drohung gegen Flughäfen erneuert, während sich die Kämpfe ausweiten.
Von den Angriffen auf die Schifffahrt im Roten Meer unterscheidet sich diese Runde durch die Zielliste: Raffinerien, eine Pipeline und zivile Flughäfen im Königreich statt Schiffe auf See.
Die Belastung zeigt sich bei den Exporten, nicht beim Ölpreis
Die saudische Rohölförderung ist gegenüber August um etwa 2,6 Millionen Barrel pro Tag gesunken, und die Lieferungen liegen bei knapp 6 Millionen Barrel pro Tag. Aramco soll europäischen Abnehmern mitgeteilt haben, dass Oktober-Ladungen nicht geliefert würden. Ein Barrel, das im Boden oder im Tank bleibt, bringt nichts ein; deshalb schließt ein höherer Notierungspreis die Lücke nicht.
Das schlägt sich im Staatshaushalt nieder. Das für 2026 erwartete Haushaltsdefizit des Königreichs soll sich auf 245 Milliarden Saudi-Riyal ausgeweitet haben, gegenüber zunächst geschätzten 165 Milliarden Riyal – trotz eines Brent-Preises von fast $114 am 23. Oktober.
Aramco-Chef Amin Nasser schätzt, dass im Verlauf des breiteren Konflikts nahezu 3 Milliarden Barrel des weltweiten Angebots verloren gegangen sind, und sagte, das Wiederauffüllen der Lagerbestände könne bis zu zwei Jahre dauern. Diese Schätzung stammt aus der Zeit vor den Angriffen dieser Woche und wurde nicht unabhängig überprüft.
Worauf zu achten ist
- 25. Oktober Der King Khalid International Airport in Riad soll laut Daily Pakistan nach zweiwöchiger Schließung den Flugbetrieb wieder aufnehmen
- Laufend Saudische Bestätigung oder Dementi von Schäden in Yanbu, Rabigh und an der Ost-West-Pipeline
