Die Minen wurden oberhalb der Wasserlinie angebracht. Zwei von ihnen wurden am Donnerstagabend von einem Schnellboot aus am Rumpf des Tankers Louise 1 in Dubaier Besitz befestigt, und die Explosionen lösten ein Feuer im Maschinenraum aus, berichtete Marine Insight unter Berufung auf zwei Unternehmen für maritime Sicherheit. Das Schiff erreichte einen Ankerplatz vor Chor Fakkan an der Südküste der VAE.
Haftminen sind Sprengladungen, die von Hand am Rumpf eines Schiffes befestigt werden; ihr englischer Name „limpet mines“ geht auf die Napfschnecken zurück, die sich an Küstenfelsen festsetzen. Marine Insight berichtete, dass Iran solche Sprengkörper zum ersten Mal seit 2019 eingesetzt habe, als im Golf von Oman mindestens vier Schiffe getroffen wurden, darunter ein japanisches und ein norwegisches.
Wichtige Zahlen
- 2 Haftminen wurden laut Marine Insight am Donnerstagabend oberhalb der Wasserlinie an der Louise 1 angebracht
- 2019 das letzte Jahr, in dem Sprengkörper dieser Art gegen die Schifffahrt in der Region eingesetzt wurden; damals wurden im Golf von Oman mindestens vier Schiffe getroffen
- Oktober der Monat mit den meisten Angriffen auf Schiffe seit Kriegsbeginn im Februar, berichtete Marine Insight
Am Sonntag wurde ein zweites Schiff getroffen
Ein Offshore-Schlepper in emiratischem Besitz wurde am Sonntagabend in der Straße von Hormus nordwestlich der Halbinsel Musandam von einem Geschoss getroffen, berichtete The Maritime Executive. Der Bericht nennt nicht, wer geschossen hat, und der Schaden am Schlepper wird nicht näher beschrieben.
Marine Insight berichtete, Iran habe in den vergangenen Wochen sein Operationsgebiet im Golf ausgeweitet und die Angriffe intensiviert. Martin Kelly, Geschäftsführer der maritimen Sicherheitsberatung Orbital Risk Intelligence, sagte dem Medium, Iran tue alles, um Schiffe an der Durchfahrt durch Hormus zu hindern, einschließlich der Verbreitung falscher Behauptungen über von Drohnen oder Seeminen getroffene Schiffe. Die Darstellungen einzelner Vorfälle sind nicht unabhängig bestätigt.
Weniger Tanker und keine bewaffneten Wachen in omanischen Gewässern
Beladene Tanker passieren die Meerenge weiterhin, doch ihre Zahl ist laut Marine Insight seit Kriegsbeginn im Februar gesunken, als die Vereinigten Staaten und Israel Angriffe auf Iran starteten. Die meisten Schiffe fahren inzwischen durch omanische Gewässer, in denen bewaffnete Wachen nicht zugelassen sind; stattdessen fahren Einsatzkräfte von Sicherheitsberatungen auf der Brücke mit und beraten die Besatzung.
Marine Insight berichtete, dass die Rückkehr der Haftminen die Versicherungs- und Betriebskosten für Reedereien erhöht, weil die Sprengkörper von Hand angebracht werden und den Besatzungen kaum Vorwarnung lassen. Keiner der Berichte nennt eine Preisbewegung beim Rohöl.
Einfach gesagt: Die Straße von Hormus ist die schmale Meerespassage, die jeder Tanker nutzen muss, der den Golf verlässt. Werden Angriffe dort häufiger, zahlen Eigner mehr für die Kriegsrisikoversicherung, und manche Besatzungen meiden die Route, sodass der Transport jedes Barrels aus der Region teurer wird. Über diesen Weg erreicht ein Angriff auf ein einzelnes Schiff den Ölmarkt.
